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Mit dem Satz „Ich glaube an Gott den Vater“ bekennst du, dass hinter allem kein Zufall steht, sondern ein Gott, der dich kennt und dir zugewandt ist wie ein Vater seinem Kind. Es ist der erste Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses, gesprochen in Gottesdiensten rund um die Welt. In diesem Artikel schauen wir uns an, was dieser Satz bedeutet, woher er kommt und warum er auch dann trägt, wenn das Wort „Vater“ schwer klingt.
Dieser Satz ist keine Formel zum Abhaken, sondern ein Schritt des Vertrauens. Du öffnest dich nicht für Regeln, sondern für eine Beziehung.
Das Glaubensbekenntnis beginnt nicht mit einer Forderung, sondern mit einer Einladung. Du musst nicht alles im Griff haben, du darfst dich halten lassen.
Gott als Vater zu bekennen, bringt Gnade ins Spiel. Du gehörst dazu, nicht weil du perfekt bist, sondern weil du gewollt bist.
Viele verbinden mit dem Zusatz „der Allmächtige“ etwas Strenges. Im christlichen Verständnis zeigt sich diese Macht aber vor allem in Geduld, Vergebung und darin, dass überhaupt Leben möglich ist.
So wird es in evangelischen Gottesdiensten gesprochen, in katholischen mit einem anderen Wort (siehe Tabelle):
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
Der Aufbau folgt drei Teilen: Vater, Sohn, Heiliger Geist. Darin steckt die Dreieinigkeit, also der Glaube an einen Gott in drei Personen.
| Stelle im Text | Evangelisch | Katholisch |
|---|---|---|
| Dritter Teil, Kirche | „die heilige christliche Kirche“ | „die heilige katholische Kirche“ |
| Übriger Wortlaut | identisch | identisch |
| Verwendung | fester Teil vieler Gottesdienste | fester Teil vieler Gottesdienste |
Fazit der Tabelle: Im Glaubensbekenntnis katholisch und evangelisch unterscheidet sich nur ein einziges Wort, der gemeinsame Inhalt bleibt derselbe.
„Katholisch“ heißt an dieser Stelle ursprünglich „allumfassend“. Darum empfinden viele Christen den Unterschied weniger als Trennung, sondern als zwei Wege, dasselbe zu sagen.
Das Apostolische Glaubensbekenntnis geht im Kern auf das römische Taufbekenntnis des 2. und 3. Jahrhunderts zurück. Wer getauft wurde, antwortete auf Fragen nach dem Glauben an Vater, Sohn und Heiligen Geist.
In der Form, die wir heute sprechen, ist es etwa ab dem 8. Jahrhundert belegt. Es ist also gewachsen, Schritt für Schritt, aus dem Vertrauen der frühen Gemeinden.
Daneben steht das Nicäno-Konstantinopolitanum, das auf die Konzilien von 325 und 381 zurückgeht. Es beginnt mit „Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen“ und wird bis heute an Festtagen gesprochen.
Der Unterschied ist spürbar: Das Apostolikum sagt „Ich glaube“, das Nicänum „Wir glauben“. Beides gehört zusammen, persönliches Vertrauen und gemeinsamer Glaube.
„Abba“ ist Aramäisch und bedeutet Vater im ganz vertrauten Sinn, so wie Kinder ihren Vater ansprechen. Jesus benutzt dieses Wort für Gott, und das war für viele damals ungewohnt nah.
Im Vaterunser gibt er diese Anrede weiter: „Unser Vater im Himmel“ (Matthäus 6,9). Du darfst also so beten, wie er betet.
Paulus greift das auf. In Römer 8,15 schreibt er, dass wir nicht einen Geist der Furcht empfangen haben, sondern rufen dürfen: „Abba, Vater.“ Furcht und Kindschaft stehen sich hier gegenüber.
Am deutlichsten wird dieses Vaterbild im Gleichnis vom verlorenen Sohn in Lukas 15. Der Vater sieht den Sohn schon von Weitem, läuft ihm entgegen und macht ihm keinen Vorwurf. Nur offene Arme.
Nicht jeder hört bei „Vater“ etwas Warmes. Manche denken an Abwesenheit, an Härte oder an Verletzungen, die bis heute wehtun.
Wenn es dir so geht, ist das kein Mangel an Glauben. Es ist eine ehrliche Erfahrung, und sie darf da sein, auch im Gottesdienst, auch beim Mitsprechen.
Die Bibel setzt das Vaterbild nicht gleich mit menschlichen Vätern. Sie stellt es ihnen eher gegenüber: ein Gegenüber, das nicht geht, nicht abrechnet, nicht beschämt.
Manchmal hilft es, zuerst andere biblische Bilder zu nehmen, etwa den guten Hirten oder das Licht. Und wenn alte Wunden tief sitzen, ist seelsorgerliche oder therapeutische Begleitung ein guter Weg. Glaube und Hilfe schließen sich nicht aus.
In vielen Gottesdiensten hat das Bekenntnis einen festen Platz. Die Gemeinde steht auf und spricht es gemeinsam, laut und im gleichen Rhythmus.
Es wird nicht nur gesprochen, sondern vielerorts auch gesungen, in klassischen wie in modernen Formen. Musik macht aus Worten etwas, das mitgeht, über den Sonntag hinaus.
Das Gemeinsame ist der Punkt. Wenn du an einem Tag selbst wenig glauben kannst, tragen dich die Stimmen neben dir mit.
Der Satz verändert, wie du dich selbst siehst. Nicht als Zufallsprodukt, sondern als jemand, der gewollt ist.
Das wirkt dort, wo es unspektakulär wird: morgens mit Sorgen im Bauch, im Druck des Tages, in Momenten, in denen du hart mit dir selbst umgehst.
Gott als Vater heißt dann: Du musst nicht erst in Ordnung sein, um gehört zu werden. Du darfst kommen, wie du bist.
Und es wirkt nach außen. Glaube zeigt sich, wenn du vergibst, obwohl du verletzt bist. Wenn du teilst, obwohl es knapp ist. Wenn du zuhörst, statt zu urteilen.
Manchmal sagt ein Satz auf einem Shirt mehr als ein langes Gespräch. Wer ihn liest, fragt nach, und daraus entsteht ein echtes Gespräch über Glauben.
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Es bedeutet, Gott als Schöpfer und als persönliches Gegenüber zu vertrauen, das dich annimmt wie ein Vater sein Kind. Der Satz ist der Anfang des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Er beschreibt keine Leistung, sondern Zugehörigkeit: Du bist gewollt und du darfst dich halten lassen.
Im Wortlaut gibt es nur einen Unterschied: Evangelisch heißt es „die heilige christliche Kirche“, katholisch „die heilige katholische Kirche“. Alle übrigen Sätze sind identisch. „Katholisch“ meint hier ursprünglich „allumfassend“, inhaltlich steht also dasselbe dahinter.
Sein Kern geht auf das römische Taufbekenntnis des 2. und 3. Jahrhunderts zurück. Die heutige Form ist etwa ab dem 8. Jahrhundert belegt. Daneben steht das Nicäno-Konstantinopolitanum, das auf die Konzilien von 325 und 381 zurückgeht und mit „Wir glauben an den einen Gott“ beginnt.
Nicht wörtlich. Das Glaubensbekenntnis ist ein späterer Text, der zentrale biblische Aussagen über Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist zusammenfasst. Einzelne Inhalte finden sich aber in der Bibel, etwa die Anrede Gottes als Vater im Vaterunser (Matthäus 6,9) und in Römer 8,15.